Herausfordernde Haftungsrisiken bei „German linked Business“ in den USA
Die dynamische wirtschaftliche Entwicklung der Vereinigten Staaten lässt zahlreiche deutsche Unternehmen über einen Markteintritt in den USA nachdenken. Andere Unternehmen wollen deshalb ihre Geschäftstätigkeiten in den USA deutlich ausweiten. Abschreckend wirken aber das US-Rechtssystem und die scharfe Haftung in den USA. In den USA stehen Geschädigten außergewöhnliche Erfolgsaussichten auf Schadenersatz offen. Dennoch gelingt es der deutschen Wirtschaft seit Jahrzenten erfolgreich in den USA zu arbeiten. Ein sachgerechter Versicherungsschutz stellt dabei ein wichtiges und wirksames Kerninstrument zur Begrenzung von Risiken dar.
Beschränkt sich der Markteintritt auf den Export von Produkten aus Deutschland in die USA kann der Versicherungsschutz regelmäßig durch europäische Versicherer umgesetzt werden. Es gelten folgende Grundregeln:
- Stimmen Sie die Haftungsbedingungen vor Unterschrift mit Ihrem Versicherer oder Makler ab. Die Lieferbedingungen sind zu verhandeln und sachgerecht zu begrenzen. US-Importeure wünschen sich regelmäßig weitgehende Freistellungen, die aber in der Praxis kaum geboten werden.
- Lassen Sie sich eine Kalkulation der Versicherungskosten auf Basis angemessener Versicherungssummen geben. Denken Sie daran, dass der Versicherungsschutz im Zweifel über die gesamte Gebrauchsdauer von Produkten aufrecht erhalten werden muss. Kalkulieren Sie die Versicherungskosten im Rahmen eines Zuschlags zu den Kosten des Produktes.
Eröffnen Sie in den USA eine Tochtergesellschaft oder eine Produktionsstätte, benötigen Sie lokalen Versicherungsschutz in den USA. Ein solcher Versicherungsschutz muss mit der deutschen Haftpflichtversicherung abgestimmt sein und sollte vorangehen. Typischerweise werden die Versicherungssummen und der Versicherungsschutz aus den USA und Deutschland kombiniert.
Bringen Sie in den USA Produkte in den Markt, die eingebaut werden oder einer anderen Weiterverarbeitung unterliegen, sollte der in Deutschland übliche weite Versicherungsschutz für Aus- und Einbaukosten (sog. Erweiterte Produkthaftplicht) eingesetzt werden. Damit erreichen Sie einen weiteren Versicherungsschutz, der deutlich über das übliche Maß in den USA hinausgeht.
Kaufen Sie eine ausreichende Versicherungssumme ein. Die Prämien für US-Risiken liegen zwar über den Prämien der restlichen Weltmärkte. In der Regel lassen sich die Versicherungskosten aber über einen Preisaufschlag in den USA weitergeben. Der US-Markt erkennt diese Kosten als übliche Kosten an.
Im Ergebnis lässt sich in der ganz überwiegenden Zahl von Fällen ein sachgerechter Schutz in den USA umsetzen. Die Kombination von lokaler Police und deutscher Produkthaftpflicht führt zu einer besonders soliden Absicherung. Dies gilt im Gegensatz zu immer wieder zu lesenden Berichten auch für sog. punitive damages (Strafgelder in den USA), die sowohl in den USA als auch in Deutschland in vertretbarem Umfang versichert werden können.
Als Versicherungsmakler besitzen wir umfangreiche Erfahrung in der Betreuung internationaler Versicherungsprogramme sowie in der Schadenbearbeitung. Über unser Netzwerk können wir zudem nicht nur hier eine versierte Beratung, sondern auch lokal eine gute Betreuung sicherstellen.